Sicherheitslösungen
Logistigunternehmen
Sicherheitslösungen für Logistikunternehmen

Neue Spedition

Jenseits von Schloss und Riegel: 5 überraschende Wahrheiten über moderne Sicherheitstechnik

Die Top 5 Takeaways

Während viele bei Sicherheit noch an ein robustes Schloss denken, operieren Profis längst in einer Welt, in der künstliche Intelligenz Einbrüche vorhersieht und Alarmanlagen ohne Beweise als wertlos gelten. Die wirkungsvollsten Sicherheitskonzepte beruhen heute auf Prinzipien, die weit über die reine Abschreckung hinausgehen und den meisten Menschen unbekannt sind.

1. Sicherheit ist eine Zwiebel, kein einzelner Riegel

Effektiver Schutz wird nicht durch eine einzige, unüberwindbare Mauer erreicht, sondern durch mehrere, ineinandergreifende Schutzschichten. Dieses „Zwiebelprinzip“, ein in der Absicherung von Hochrisikobereichen wie Logistikzentren etablierter Standard, ist die Grundlage moderner Sicherheitskonzepte. Anstatt sich nur auf eine Tür oder ein Fenster zu konzentrieren, wird der Schutz in Zonen aufgebaut – von der äußersten Schale, der Grundstücksgrenze, über die Gebäudehülle bis hin zu speziellen Sicherheitsbereichen im Inneren, dem Kern.
Ein ganzheitliches Konzept, wie es auch von führenden Institutionen wie VdS Schadenverhütung skizziert wird, ruht auf drei Säulen, die sich gegenseitig verstärken:
• Physisch Widerstand leisten: Bauliche und mechanische Maßnahmen wie einbruchhemmende Zäune, Tore, Türen und Fenster schaffen den ersten Widerstand und verzögern Angreifer.
• Ereignisse intelligent erkennen: Elektronische und optische Systeme wie Einbruchmeldeanlagen, Sensoren und Kameras erkennen unbefugte Aktivitäten und schlagen Alarm.
• Prozesse klar definieren: Organisatorische Regeln für Zutritt, Verhalten und definierte Interventionspläne stellen sicher, dass im Ernstfall jeder weiß, was zu tun ist.
Dieser integrierte Ansatz ist weitaus widerstandsfähiger als eine isolierte Einzellösung. Ein Täter mag eine Kamera umgehen oder ein Schloss knacken können, aber das Überwinden mehrerer, aufeinander abgestimmter technischer, baulicher und organisatorischer Hürden ist ungleich schwerer.

2. Ein Alarm ist ohne Beweis nur Lärm

Ein schrillender Alarm allein führt selten zu einer sofortigen polizeilichen Reaktion. Der Grund dafür ist das Konzept der „Alarmverifikation“. Um unnötige Einsätze zu vermeiden, verlangt die Polizei bei Einbruchalarmen in der Regel eine qualifizierte Vorprüfung. Nur bei „begründeten Verdachtsmomenten“ rücken die Einsatzkräfte aus. Diese Verifikation ist die logische Konsequenz des Zwiebelprinzips: Ein einzelner durchbrochener Layer (ein ausgelöster Sensor) ist nur ein Ereignis; erst die Bestätigung durch einen zweiten Layer (visueller Beweis) macht es zu einem verifizierten Vorfall.
Hier wird die optische Verifikation entscheidend. Eine Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) muss den Alarm durch Live-Bilder oder aufgezeichnete Sequenzen bestätigen können. Dabei genügt nicht irgendein Schnappschuss. Die Richtlinien fordern ein sogenanntes „qualifiziertes Bild“, das klaren technischen Standards hinsichtlich Auflösung und Qualität entsprechen muss, um eine zweifelsfreie Lagebeurteilung zu ermöglichen. Erst wenn durch diese Bilder eine eindeutige Gefahrenlage erkennbar ist, wird die Polizei alarmiert.
Die Bedeutung dieses Prinzips wird in den offiziellen Richtlinien klar formuliert:
Durch die unverzügliche Verifikation eines von der Einbruchmeldeanlage signalisierten Alarms werden Interventionskräfte (z. B. Polizei) in die Lage versetzt, auf bestätigte Fälle von Einbrüchen oder Einbruchversuchen unmittelbar zu reagieren.

3. Ihre Kameras können fast in die Zukunft sehen

Moderne Überwachungskameras sind längst keine passiven Beobachter mehr. Dank KI-gestützter Videoanalyse haben sie sich von reaktiven Aufzeichnungsgeräten zu proaktiven Frühwarnsystemen entwickelt. Anstatt nur aufzuzeichnen, was passiert ist, können sie vorhersagen, was als Nächstes passieren könnte, und erkennen Probleme, bevor sie zu Katastrophen werden.
Die Anwendungsfälle gehen weit über die klassische Einbruchserkennung hinaus und sind oft überraschend:
• Zustandsbasierte Instandhaltung: An Zügen montierte Kameras können während der Fahrt automatisch Gleisanlagen scannen. Die KI erkennt feinste Risse, Korrosion oder Materialermüdung, lange bevor ein menschliches Auge sie sehen würde. So werden Wartungsarbeiten datenbasiert geplant und teure Ausfälle vermieden.
• Visueller Brandschutz: In großen, offenen Räumen wie Bahnhofshallen oder Lagerhäusern stoßen klassische Rauchmelder an ihre Grenzen. KI-Systeme erkennen Rauch und Flammenmuster visuell auf Kamerabildern – oft schneller und präziser als herkömmliche Sensoren.
• Analyse von Menschenmengen: Die KI analysiert Bewegungsströme in Echtzeit und kann kritische Situationen wie Panik, aggressive Verhaltensmuster oder gefährliche Personenansammlungen frühzeitig erkennen und Sicherheitspersonal alarmieren.
Der Fokus verschiebt sich damit fundamental: weg von der reinen Aufklärung von Taten, hin zur präventiven Gefahrenerkennung und sogar zur Optimierung von Betriebs- und Wartungsprozessen.

4. Sicherheit hat das Gebäude verlassen: Schutz für alles, was sich bewegt

Sicherheitstechnik ist nicht länger an feste Mauern gebunden. Moderne Systeme sind darauf ausgelegt, mobile Werte und weitläufige, unstrukturierte Gelände zu schützen – Bereiche, in denen traditionelle Lösungen versagen.
Ein Beispiel ist die Absicherung von Fahrzeugen. Ob Wohnmobil, Nutzfahrzeugflotte oder Yacht – dank flexibler Stromversorgungsplatinen können professionelle Sicherheits-Hubs direkt an Bordbatterien angeschlossen werden. Drahtlose Melder mit jahrelanger Batterielaufzeit sichern Innenräume, Türen und Luken, ohne dass Kabel verlegt werden müssen. So entsteht ein umfassendes Schutzsystem für alles, was sich bewegt.
Doch die Herausforderung wächst exponentiell, wenn es nicht um einzelne Fahrzeuge, sondern um riesige, offene Areale geht – ein klassisches Problem der Logistikbranche. Riesige Gelände mit geparkten LKW und wertvoller Fracht sind extrem schwer zu sichern. Herkömmliche Bewegungsmelder führen hier zu unzähligen Fehlalarmen durch Tiere oder Wetter. Die Lösung ist die Kombination aus Wärmebildkameras, die unabhängig von Lichtverhältnissen reagieren, und intelligenter Videoanalyse. Diese Systeme können präzise zwischen einem Menschen und einem streunenden Tier unterscheiden und reduzieren Fehlalarme drastisch.
Die Effektivität dieses Ansatzes bestätigt der Sicherheitsleiter des Logistikriesen GEODIS:
„Die Anzahl der Telemonitor-Berichte ist von 3 Seiten auf 3 Zeilen pro Woche gestiegen. Die neue Lösung hat es mir ermöglicht, unsere Beziehung zum Telemonitor zu beruhigen. Sie ist wirklich effizient…“

5. Sicherheit muss man nicht kaufen – man kann sie leasen

Eine der größten Hürden bei der Anschaffung hochwertiger Sicherheitstechnik sind die hohen Investitionskosten. Doch die wenigsten wissen: Man muss sie nicht kaufen. Moderne Sicherheitssysteme kann man leasen. Dieses Geschäftsmodell verändert die Art und Weise, wie insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen ihre Sicherheit finanzieren.
Der zentrale Vorteil liegt in der Umwandlung hoher Anschaffungskosten (Investitionsaufwand/CapEx) in planbare, monatliche Raten (Betriebsaufwand/OpEx). Anstatt eine große Summe auf einmal zu binden, wird die Sicherheit zu einer kalkulierbaren Betriebsausgabe. Das schont die Liquidität und schafft finanziellen Spielraum für das Kerngeschäft. Das Angebot ist umfassend und reicht von einzelnen Überwachungskameras bis zum kompletten, integrierten Sicherheitssystem.
Dieses Finanzierungsmodell demokratisiert den Zugang zu Spitzentechnologie. Damit wird eine Sicherheitsinfrastruktur, die früher nur für Konzerne denkbar war, plötzlich auch für den mittelständischen Handwerksbetrieb oder die aufstrebende Anwaltskanzlei realisierbar.

Fazit

Sicherheit im 21. Jahrhundert ist weit mehr als nur ein Schloss an der Tür. Sie ist ein intelligenter, integrierter und zunehmend zugänglicher Service, der weit über die reine Abschreckung von Diebstahl hinausgeht und tief in die Bereiche Prävention, Betriebseffizienz und Risikomanagement eingreift.
Wenn Ihre Kameras also Wartungsbedarf vorhersagen und Ihr Zaun nicht nur abgrenzt, sondern auch denkt – welche scheinbar „dummen“ Infrastrukturelemente in Ihrem Umfeld warten darauf, intelligent gemacht zu werden?

Leitfaden: Entwicklung eines Sicherheitskonzepts für Ihr Logistikgelände

In der modernen Wirtschaft sind Logistikunternehmen das Rückgrat der Wertschöpfungsketten. Jede Unterbrechung hat weitreichende Folgen. Ein professionelles Sicherheitskonzept ist daher keine Option, sondern eine strategische Notwendigkeit. Das Fehlen eines solchen Konzepts führt nicht nur zu direkten finanziellen Verlusten, sondern birgt auch erhebliche Haftungsrisiken und kann nachhaltige Reputationsschäden verursachen.
Ein wirksames Sicherheitskonzept verfolgt drei Hauptziele:
1. Schutz von Vermögenswerten: Es sichert sowohl Ihre eigenen Betriebsmittel (Fahrzeuge, Gebäude) als auch die wertvollen Güter Ihrer Kunden, für die Sie die Verantwortung tragen.
2. Aufrechterhaltung der Lieferkette: Es minimiert das Risiko von Diebstahl, Beschädigung oder Sabotage und sorgt dafür, dass Ihre logistischen Prozesse zuverlässig und ohne kostspielige Verzögerungen ablaufen.
3. Stärkung des Rufs: Es festigt Ihr Image als „Sicherer Logistikpartner“ und verschafft Ihnen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bei Kunden und Versicherern.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einem integralen Konzept, wie es die Richtlinien von BHE und VdS vorsehen. Ähnlich einem Zahnrad greifen hier verschiedene Maßnahmen ineinander, um einen lückenlosen Schutz zu gewährleisten. Dieses Gesamtkonzept stützt sich auf drei Säulen:
• Technische Maßnahmen: Mechanische Barrieren und elektronische Überwachungssysteme.
• Organisatorische Maßnahmen: Klare Regelungen für Zutritt, Verhalten und Intervention.
• Personelle Maßnahmen: Gut geschultes Personal und der gezielte Einsatz von Sicherheitsdiensten.
Bevor jedoch einzelne Maßnahmen ergriffen werden, muss eine fundierte Analyse der spezifischen Risiken Ihres Standorts erfolgen.

1. Schritt: Die Risikoanalyse – Das Fundament Ihrer Sicherheit

Jedes effektive Sicherheitskonzept beginnt mit einer systematischen Analyse der individuellen Risikolage. Ohne zu wissen, was Sie wovor schützen müssen, bleiben Schutzmaßnahmen reiner Zufall. Eine professionelle Risikoanalyse beantwortet drei Kernfragen:
1. Welche Werte müssen geschützt werden? Bevor Sie über Zäune oder Kameras nachdenken, ist eine Bestandsaufnahme Ihrer Schutzgüter erforderlich. Dazu gehören materielle Werte, betriebliche Prozesse und Informationen. Typische Schutzgüter in der Logistik sind:
◦ Eigene Vermögenswerte (Gebäude, Fahrzeuge, Betriebsmittel)
◦ Waren und Güter von Kunden
◦ Kraftstoffe und Ausrüstung (z. B. an Zugmaschinen)
◦ Sensible Unternehmens- und Kundendaten
2. Welchen Gefahren sind diese Werte ausgesetzt? Identifizieren Sie die konkreten Bedrohungen für Ihre Werte. Im Logistikbereich sind dies vor allem kriminelle Handlungen, die den Betriebsablauf empfindlich stören können. Die häufigsten Delikte umfassen:
◦ Diebstahl: Sowohl von Waren auf dem Gelände als auch auf dem Transportweg.
◦ Einbruch: In Lagerhallen und Verwaltungsgebäude.
◦ Vandalismus: Mutwillige Zerstörung von Eigentum.
◦ Sabotage: Gezielte Störung von Betriebsabläufen.
3. Wer sind die potenziellen Täter? Ein realistisches Täterprofil hilft, die richtigen Abwehrmaßnahmen zu wählen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Gruppen:
◦ Innentäter: Eigene Mitarbeiter oder beauftragte Dienstleister, die ihre Ortskenntnisse und Berechtigungen missbrauchen.
◦ Außentäter: Betriebsfremde Personen, von Gelegenheitstätern bis hin zu professionell organisierten Banden.
Die Antworten auf diese Fragen bilden die Grundlage für die Entwicklung einer strukturierten und passgenauen Schutzstrategie.

2. Schritt: Das Schalenmodell – Schutz in mehreren Ebenen

Eine bewährte Strategie zur Absicherung von großen Arealen ist das „Zwiebelprinzip“, auch Schalenmodell genannt. Die Idee ist, mehrere Verteidigungslinien um den zu schützenden Kern zu legen. Jeder Täter muss diese Schutzschalen nacheinander überwinden, was die Wahrscheinlichkeit seiner frühzeitigen Entdeckung bei jedem Schritt erhöht. Für ein typisches Logistikgelände lassen sich vier Schutzzonen definieren:
1. Schale 1: Die Grundstücksgrenze (Perimeter) Dies ist die erste und wichtigste Verteidigungslinie. Sie dient der klaren Abgrenzung, der Abschreckung und vor allem der frühestmöglichen Detektion eines unbefugten Zutrittsversuchs.
2. Schale 2: Das Freigelände Diese Zone umfasst alle Außenbereiche innerhalb der Grundstücksgrenze, wie Außenlager, Abstellplätze für LKW und Container, Parkplätze und Fahrwege. Ihre Überwachung ist entscheidend, um Täter nach dem Überwinden der ersten Schale zu verfolgen.
3. Schale 3: Die Gebäudehülle Diese Schale sichert die „Außenhaut“ der Gebäude selbst. Schwachstellen wie Tore, Türen, Fenster und insbesondere die Laderampen müssen gegen gewaltsames Eindringen geschützt werden.
4. Schale 4: Interne Sicherheitsbereiche Innerhalb eines Gebäudes können besonders wertvolle oder sensible Güter in einer weiteren, speziell gesicherten Zone gelagert werden. Dies kann ein abgetrennter Lagerbereich oder ein Tresorraum sein.
Jede dieser Schalen erfordert spezifische Sicherheitsmaßnahmen, um ihre jeweilige Schutzfunktion zu erfüllen.

3. Schritt: Die Bausteine des Schutzes – Technische Lösungen im Überblick

Auf Basis des Schalenmodells werden nun konkrete technische Lösungen ausgewählt, die optimal ineinandergreifen und das in der Einleitung beschriebene integrale Konzept in die Praxis umsetzen.
3.1 Sicherung der Grundstücksgrenze (Perimeter)
Die erste Schale wird durch eine intelligente Kombination aus robusten mechanischen Barrieren und wachsamer elektronischer Überwachung gesichert. Dies ist ein Paradebeispiel für den integralen Ansatz, bei dem sich verschiedene Maßnahmen gegenseitig unterstützen.
• Mechanischer Grundschutz Stabile Zäune, Mauern und Tore bilden die physische Grundlage der Perimetersicherung. Ihr Hauptzweck ist es, Eindringlingen einen deutlichen Widerstand entgegenzusetzen und sie so zu verlangsamen, dass elektronische Systeme genügend Zeit zur Detektion und Alarmierung haben. Ein exzellentes Praxisbeispiel ist das Autoterminal von BLG in Bremerhaven: Dort verhindert ein 2,40 Meter hoher Gittermattenzaun, dessen oberste 30 cm im 30º-Winkel nach außen abgeknickt sind, erfolgreich Einbruchsversuche. Zusätzlich dienen hinterlegte Leitplanken als effektiver Durchbruchschutz.
• Elektronische Überwachung Um einen Überwindungsversuch am Zaun sofort zu erkennen, kommen moderne Überwachungstechnologien zum Einsatz.
Technologie
Funktionsweise & Hauptvorteil
Zaunüberwachungssysteme
Sensoren (z. B. Alarmdraht) werden direkt am Zaun montiert und detektieren Vibrationen, die durch Kletter- oder Durchtrennversuche entstehen. Der Hauptvorteil ist die extrem frühe Alarmierung, noch bevor der Täter das Gelände betreten hat.
Intelligente Videoanalyse
Kameras mit KI-gestützter Software überwachen den Zaunbereich. Sie lösen einen Alarm aus, wenn eine Person eine vordefinierte virtuelle Linie überschreitet. Der Hauptvorteil ist die Reduzierung von Fehlalarmen (z. B. durch Tiere) und die sofortige visuelle Überprüfung des Alarms.
3.2 Kontrolle von Zufahrt und Zutritt
Jede Person und jedes Fahrzeug, das Ihr Gelände betritt, stellt ein potenzielles Risiko dar. Eine klare Regelung und technische Steuerung des Zugangs ist daher unerlässlich.
• Schrankenanlagen und Poller: Dienen der physischen Steuerung und Blockade von Fahrzeugzufahrten und verhindern das unkontrollierte Befahren des Geländes.
• Automatische Kennzeichenerkennung (LPR): Videobasierte Systeme erfassen die Kennzeichen von Fahrzeugen. Dies ermöglicht eine automatisierte und protokollierte Ein- und Ausfahrt für registrierte LKW und Mitarbeiterfahrzeuge und beschleunigt die Abläufe.
• Elektronische Zutrittskontrollsysteme: Sie sind das Kernstück der Personensteuerung. Über Ausweiskarten, PIN-Codes oder biometrische Merkmale wird exakt festgelegt, wer, wann, welche Bereiche betreten darf. Dies ist ein entscheidendes Werkzeug, um gezielt das Risiko von Innentätern, wie in Schritt 1 analysiert, zu minimieren.
3.3 Sicherung der Gebäudehülle und Innenräume
Die inneren Schutzschalen werden durch bewährte Alarm- und Videotechnik gesichert.
• Einbruchmeldeanlagen (EMA): Diese Anlagen überwachen die Gebäudehülle und Innenräume. Magnetkontakte an Toren und Türen melden jedes unbefugte Öffnen, während Bewegungsmelder im Inneren Personen detektieren. Ihre größte Wirksamkeit entfalten sie durch die Aufschaltung an eine externe Notruf- und Serviceleitstelle (NSL). Diese ist rund um die Uhr besetzt und leitet im Alarmfall sofort professionelle Interventionsmaßnahmen ein.
• Videosicherheitssysteme (Kameras): Moderne Kamerasysteme sind aktive Werkzeuge zur Alarmverifikation und zur Aufklärung von Vorfällen. Besonders leistungsfähig sind Kameras mit Wärmebildtechnik oder KI-gestützter Analyse (z.B. Hikvision AcuSense). Wie der Praxisfall bei GEODIS zeigt, ermöglichen sie eine zuverlässige Erkennung von Personen bei allen Licht- und Wetterverhältnissen und reduzieren Fehlalarme drastisch.
Von der Detektion eines Ereignisses bis zur Abwehr der Gefahr muss eine lückenlose und schnelle Reaktionskette sichergestellt sein.

4. Schritt: Alarm und Intervention – Richtig reagieren im Ernstfall

Ein ausgelöster Alarm ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist die qualifizierte Reaktion. Hier kommt das Konzept der Alarmverifikation ins Spiel. Dessen primäres Ziel ist es, der Polizei ausschließlich bestätigte Vorfälle zu melden. Dies vermeidet den Einsatz von Ressourcen für Falschalarme und stellt eine priorisierte, schnelle Reaktion der Einsatzkräfte sicher.
Der typische Ablauf nach einer Alarmauslösung sieht gemäß VdS-Richtlinien wie folgt aus:
1. Alarmauslösung: Ein Sensor (z.B. am Zaun) oder ein Melder (z.B. Bewegungsmelder im Lager) detektiert ein Ereignis und meldet es an die Einbruchmeldeanlage (EMA).
2. Übermittlung an die NSL: Die EMA leitet den Alarm unverzüglich an die ständig besetzte Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) weiter.
3. Alarmverifikation: Die Fachkraft in der NSL führt sofort eine Vorprüfung durch. Die effektivste Methode ist die optische Alarmverifikation, bei der die Fachkraft auf die Live-Bilder der Kameras vor Ort zugreift. Auch andere VdS-anerkannte Verfahren wie die sequenzielle Alarmverifikation (Auswertung der Reihenfolge ausgelöster Melder) können zur Anwendung kommen.
4. Bewertung und Reaktion: Stellt die NSL eine eindeutige Gefahrenlage fest (z. B. eine unbefugte Person auf dem Gelände), leitet sie die vorab vereinbarten Interventionsmaßnahmen ein. Dies umfasst in der Regel die sofortige Alarmierung der Polizei und/oder eines privaten Sicherheitsdienstes.
Der Einsatz dieser Technologien, insbesondere der Videokameras zur Verifikation, setzt jedoch die strikte Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen voraus.

5. Schritt: Rechtliche Rahmenbedingungen – Datenschutz (DSGVO) beachten

Der Einsatz von Videoüberwachungstechnik ist ein wirksames Schutzinstrument, unterliegt aber strengen gesetzlichen Regelungen. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) setzt klare Grenzen, um die Persönlichkeitsrechte von Mitarbeitern, Dienstleistern und Besuchern zu schützen. Als Betreiber der Anlage sind Sie für die Einhaltung verantwortlich und müssen die folgenden Pflichten erfüllen:
• Interessenabwägung dokumentieren: Sie müssen schriftlich nachweisen, dass Ihr berechtigtes Interesse am Schutz Ihres Eigentums (z. B. Schutz vor Diebstahl) die schutzwürdigen Interessen der gefilmten Personen überwiegt.
• Datenminimierung sicherstellen: Es darf nur das gefilmt werden, was für den definierten Schutzzweck zwingend erforderlich ist. Die Aufnahmen müssen zudem nach einer kurzen Frist (in der Regel wenige Tage) wieder gelöscht werden, sofern sie nicht als Beweismittel in einem konkreten Vorfall benötigt werden.
• Informationspflicht erfüllen: Sie müssen durch gut sichtbare Schilder klar und verständlich auf die Videoüberwachung hinweisen. Gemäß Art. 13 DS-GVO müssen diese Schilder unter anderem den Namen und die Kontaktdaten des Verantwortlichen sowie den Zweck der Datenverarbeitung enthalten.
Mit diesen fünf Schritten haben Sie ein solides Fundament für die Sicherheit Ihres Logistikgeländes geschaffen und können nun die Umsetzung planen.

Sie haben sicherlich Fragen !?

Gerne beraten wir Sie persönlich – ob telefonisch, vor Ort oder per E-Mail. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Sicherheitskonzept!